Welsangeln an der Maas, 16. Juni 2018

Der kürzere Strohhalm

Heute hatte ich mit Greg vereinbart, zur Maas zu fahren, um dort etwas Wels vom Bellyboat aus zu angeln. Wir hatten uns früh verabredet, damit wir schon beim ersten Licht auf dem Wasser waren. Wir wollten einen neuen Abschnitt der Maas ausprobieren, wo regelmäßig viel Jetski-Aktivität herrscht. Vor diesen Leuten auf dem Wasser zu sein, ist also die Devise.

Normalerweise angle ich mit 1 Rute unter dem Bellyboat mit Würfen, und lasse eine zweite Rute mit Köderfisch mittreiben. Nach 1 Minute auf dem Wasser bemerkte ich schon, dass sich mein Köderfisch festgeschwommen hatte. Ich musste gleich von Anfang an alles freiziehen. Zu allem Übel riss meine Hauptschnur an meiner Rolle, und ich musste meine gesamte Spule geflochtener Schnur von meiner Spule schneiden, zu meinem Auto laufen, um eine Ersatzspule zu holen, und diese wieder auf meine Rolle spulen…. ein guter Start in den Tag und eine halbe Stunde Wels-Primetime verloren…

Da Greg etwas weniger Erfahrung im aktiven Welsangeln und im Visualisieren von Blei und Köder auf dem Echolot hatte, beschlossen wir, unsere beiden Bellyboats aneinander zu hängen. Dabei schauen wir beide auf den Bildschirm meines Echolots und beide Köder sind sichtbar. Ich übernehme dabei das Klopfen, damit Greg sich optimal aufs Angeln konzentrieren kann.

Schnell kommen die ersten kleinen Fische hoch, allerdings von kleinem Format.

Plötzlich erscheint ein größeres Echo auf dem Echolot. Es war deutlich größer als die Echos, die wir bisher gesehen hatten und die stets in einem kleineren Fisch resultierten. An der Geschwindigkeit, mit der so ein Fisch aufsteigt, können wir meist erkennen, ob er beißen wird oder erst am Köder ’schnuppern‘ kommt. Dieser Fisch war eindeutig kein ‚Schnupperer‘, sondern wollte beißen. In diesem Moment hängen Gregs und mein Köder etwa einen halben Meter voneinander entfernt. Wir angeln beide mit einem Klopfblei und einem Drilling voller Würmer als Köder. In diesem Moment ist es also wirklich reine Glückssache, wer den Fisch für sich verbuchen wird. Eine Sekunde später beginnt sich Gregs Black Cat Vertical LS II durchzubiegen, und ich weiß, dass ich den kürzeren Strohhalm gezogen habe…

Nach einem Drill von etwa 20 Minuten gelingt es uns, den Fisch an den Rand zu bringen, ihn auf eine Abhakmatte zu legen für ein kleines Fotoshooting, bevor er wieder freigelassen wird.