Garmin GT360UHD und Spy Pole: 360°-Sonar ohne deinen Elektromotor zu nutzen
Garmin hat im März 2026 etwas herausgebracht, das vor Kurzem noch nach Science-Fiction aussah: eine motorisierte Sonarstange, die du über dein Fußpedal oder mit einer Handgeste steuerst, mit einem Geber, der ein vollständiges 360°-Bild des Bodens rund um dein Boot aufbaut.
Die Kombination heißt Spy Pole und GT360UHD. Im Folgenden: was es ist, was es kann und — wichtiger — für wen es auf unserem Wasser eigentlich sinnvoll ist.
Was ist der GT360UHD?

Der GT360UHD ist der Geber. Du montierst ihn auf eine Spy Pole, und er baut ein OneVü-Sonarbild auf: ein 360°-Vogelperspektivbild rund um dein Boot, in 2D und 3D, wonach du dieses Gebiet befischen kannst, ohne es jedes Mal neu scannen zu müssen.
Genau das ist der Punkt, den die meisten Leute übersehen. Dies ist kein Live-Sonar. Es erstellt eine Karte von dem, was unter dir liegt, und diese Karte bleibt bestehen. Durch die True-Motion-Technologie ist das Sonar mit GPS gekoppelt, sodass die Scans an ihrer tatsächlichen Position bleiben, während sich dein Boot bewegt. Du driftest also über deinen eigenen Scan, und die Struktur bleibt genau an der richtigen Stelle.
Die technischen Daten:
| Frequenzen | OneVü/SideVü 455 kHz, 800 kHz, 1.070 kHz |
| Leistung | 500 Watt |
| Reichweite bei 455 kHz | ca. 150 m Reichweite, ca. 30 m Tiefe |
| Reichweite bei 1 MHz | ca. 60 m Reichweite, ca. 12 m Tiefe |
| Scanmodi | Auto, manuell, konstant |
Garmin gibt diese Tiefen- und Reichweitenwerte als 500 Fuß Reichweite und 100 Fuß Tiefe bei 455 kHz sowie 200 Fuß Reichweite bei 40 Fuß Tiefe bei 1 MHz an. Oben in Meter umgerechnet.
Laut Garmin kannst du auf einmal ein Gebiet von der Größe eines Fußballfelds scannen und speichern.
Was ist die Spy Pole?
Die Spy Pole ist die motorisierte Stange, an der der Geber sitzt — und das ist eigentlich der interessantere Teil der Geschichte.
Bisher saß dein Live-Sonar meist an deinem Elektromotor. Wolltest du das Sonar woanders hinrichten, musstest du deinen Motor drehen — und damit deine Position oder deinen Kurs aufgeben. Die Spy Pole macht damit Schluss: Du steuerst dein 360°-Sonar völlig unabhängig von deinem Elektromotor.
Die wichtigsten Funktionen:
- SpyLock — du verriegelst das Sonar auf einen festen Punkt, zum Beispiel eine Struktur oder einen Wegpunkt, und es bleibt darauf ausgerichtet.
- SpyScan — die Stange schwenkt automatisch hin und her, um Fische zu suchen.
- SpyLink — Kopplung mit einem Force- oder Force-Pro-Elektromotor, wodurch du die Spy Pole über das Fußpedal deines Motors bedienst. Das funktioniert auch weiterhin, während dein Motor im Anchor-Lock-Modus ist.
- Eine Gesture Remote, die du an deiner Rute montierst, plus Fußsteuerung für die Nutzung ohne Hände.
- Die Kabel laufen durch den Schaft der Stange, und mit dem Schnellverschlusssystem nimmst du die Stange im Handumdrehen ab.
Du kannst auch deinen LiveScope-Geber hinzufügen und das Live-Sonar über das OneVü-Bild legen, was ein 3D-Bild mit einem Overlay ergibt, das genau zeigt, wohin dein LiveScope gerade schaut. Das ist in der Praxis das stärkste Argument: Du siehst gleichzeitig die statische Struktur und den Fisch, der sich gerade dort hindurch bewegt.
Was kostet es?
Garmin gibt als US-Richtpreis 2.999,98 $ für den GT360UHD mit einer 42-Zoll-Spy-Pole an, und 3.199,98 $ mit der 49-Zoll-Version.
Rechne für den europäischen Markt mit einem anderen Betrag aufgrund von Mehrwertsteuer und Einfuhr. Den aktuellen Preis findest du in unserem Shop.
Die ehrliche Frage: Macht das auf belgischem Wasser Sinn?
Hier muss ich nüchtern sein, denn das ist teures Equipment, und du verdienst eine ehrliche Antwort.
Wofür dieses System wirklich gebaut ist: große amerikanische Seen, Bass Boats, ein Force-Elektromotor am Bug, tiefes Wasser und viel Struktur. In diesem Kontext ist der Mehrwert enorm.
Auf unseren Gewässern ist es differenzierter. Auf einem drei bis vier Meter tiefen Kanal siehst du mit gewöhnlichem Side Imaging bereits fast alles, was es zu sehen gibt. Der Mehrwert der 360°-Technik liegt vor allem in Raum und Tiefe, und davon haben wir hier nur begrenzt etwas.
Wo es bei uns interessant wird:
- Große Seen, Kiesgruben und tiefe Gewässer mit viel Bodenstruktur
- Wenn du gezielt auf Struktur angelst — versunkene Bäume, Steinschüttungen, Bodenübergänge — und diese immer wiederfinden willst
- Wenn du bereits einen Garmin-Plotter und LiveScope hast und die Kombination ausbauen möchtest
Wo es bei uns nicht interessant ist:
- Uferangeln. Offensichtlich, wird aber selten gesagt.
- Flache Kanäle und Poldergewässer
- Bellyboats und kleine Boote ohne Force-Motor, bei denen du einen großen Teil der Funktionalität nicht nutzt
Kurz gesagt: Das ist Equipment für alle, die viel auf großem, tiefem Wasser angeln und ihre Elektronik bereits ernsthaft ausgebaut haben. Für den durchschnittlichen Kanalangler ist dieses Geld besser in ein gutes Live-Sonar oder einfach in mehr Stunden auf dem Wasser investiert.
Kompatibilität — vor dem Kauf prüfen
Das System funktioniert mit kompatiblen Garmin-Plottern, und die Einrichtung erfolgt vollständig über diesen Bildschirm. Prüfe daher vor dem Kauf:
- Welchen Garmin-Bildschirm hast du, und steht er auf der Kompatibilitätsliste?
- Hast du einen Force- oder Force-Pro-Elektromotor? Ohne diesen Motor verpasst du die SpyLink-Integration.
- Ist dein Bugdeck für die Montage geeignet, oder brauchst du eine Relingmontage?
Bist du dir unsicher? Schick uns deinen Bildschirm- und Motortyp, dann schauen wir es gemeinsam durch, bevor du etwas bestellst.
Schau dir unbedingt auch unseren Youtube-Kanal an, wir haben ein schönes Video darüber gemacht!
